Rezension

[Sammel-Rezension] Ylva Pauer – Superheldin wider Willen von Sandra Baumgärtner

Bei dieser Rezension handelt es sich um einen Repost. In 2016 hatte ich alle drei Episoden bereits rezensiert, aber da es nun eine neue überarbeitete Fassung als Sammelband gibt, möchte ich euch heute noch einmal darauf hinweisen. Wer den Text der Sammelrezension nicht lesen möchte, kann auch direkt zum Fazit nach unten scrollen.

Episode 1: Pompöse Provokation

Von einer Sekunde zur nächsten aus der Dusche des städtischen Schwimmbades in irgendeinen dunklen Hinterhof zu teleportieren, ist die eine, auf der Trophäenliste einer verrückten Wissenschaftlerin und des Rockerchefs Hocker zu laden, eine andere Sache. Hätte Ylva Pauer das Schicksal nicht den liebenswerten Kay Kayman, einen computerbegeisterten und Waffen bastelnder Nerd, an die Seite gestellt, hätte sie für ihre Zukunft schwarz gesehen. So aber erklärt sie sich kurzerhand zur Superheldin und schmiedet gemeinsam mit ihrem neuen Freund einen perfiden Plan gegen die Plagegeister in der Moselmetropole Treverorum. Sie ahnt nicht, welchen zwielichtigen Gestalten sie sonst noch damit in die Quere kommt.
(Quelle: Machwerke Verlag)

Episode 2: Billiger Bluff

Eine Heldin mit Superkräften zu sein, ist toll, diese Kräfte jedoch nur nackt nutzen zu können, weniger. Als Ylva erneut auf den blasierten Rocker Aurelius stößt, erklärt sie sich dazu bereit, für ihn einen entführten Jungen zu befreien. Aurelius´ Motive bleiben im Dunkeln. Eine Tatsache, die ihn umso interessanter macht. Hin- und hergerissen zwischen Feindschaft und Zuneigung gegenüber dem Schurken begibt sich die Superheldin ein weiteres Mal ins Labor der verrückten Wissenschaftlerin Madam Mosella. Ylva landet mitten im Chaos und erkennt zu spät Aurelius´ doppeltes Spiel. Dass sie nur ohne Kleidung ihre Haut retten kann, ist dabei das kleinere Übel.
(Quelle: Machwerke Verlag)

Episode 3: Miese Maskerade

Obwohl Ylva nie wieder auch nur an Aurelius denken wollte, verhilft sie ihm zur Flucht vor dem korrupten Polizeikommissar Bostaurus und dem rachsüchtigen Rocker-Boss Hocker. Einmal mehr gerät sie dadurch zwischen die Fronten und entschlüsselt dabei nicht nur das Erfolgsgeheimnis der wahnsinnigen Wissenschaftlerin Madam Mosella, sondern auch deren Verbindung zu einer weitaus gefährlicheren Organisation. Doch noch bevor Ylva und ihr La-Kay alle Puzzleteile des Geschehens zuordnen und im Ganzen einen Sinn sehen können, kommt ihnen ein Asiate in die Quere. Und der beherrscht neben der Meisterschaft in Kung-Fu noch eine zweite, weitaus zerstörendere Disziplin.
(Quelle: Machwerke Verlag)

 

Episode 1: Pomöse Provokation

Sandras schreibt aus der dritten Person und verfolgt dabei doch stets die Handlung um Ylva, die Protagonistin. Obwohl ich nicht von Anfang an in die Geschichte gefunden habe, sondern schon einige Seiten gebraucht habe, konnte mich der detaillierte Schreibstil dann doch noch überzeugen. Als Leser bleibt einem keine Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden. Man wird quasi mit Yvla zusammen ins kalte Wasser gestoßen. Somit startet das Buch direkt spannend und dieses Gefühl bleibt die ganze Episode über bestehen!

Wie der Name schon sagt, dreht sich das Serial um Ylva Pauer, die sich direkt zu Beginn nackt in einem dunklen Hinterhof wiederfindet.  Wenn das mal kein guter Anfang ist, oder? Außergewöhnlich in jedem Fall. Weder sie noch der Leser hat einen Plan, wie sie dorthin gekommen ist, aber schnell wird klar, dass sie sich teleportieren kann. Mithilfe von Kay, einem Computernerd, beginnt sie, ihre Kräfte zu entschlüsseln und gewinnt dabei noch einen guten Freund.

Der Anfang hat mich zunächst ein wenig verwirrt, da er den Leser direkt ins Geschehen wirft, aber sobald ich verstanden hatte, worum es geht und was im Flashback geschehen ist, war ich drin und konnte der Geschichte folgen. Neben der Grundhandlung, in der Ylva mit Madame Mosella konfrontiert wird, die ihr ihre Kräfte nehmen möchte, haben mir vor allem die Teile gefallen, in denen Kay vorkam. Der Computer-Nerd war mir auf der Stelle sympathisch. Unter anderem, weil er so vollkommen anders ist als Ylva selbst – vor allem, wenn es ums Essen geht. Sie sind also wie Tag und Nacht und ergänzen sich dabei so gut, dass hier für jeden Leser etwas dabei ist.

Ylvas Telepathie ist schon alleine eine ziemlich coole Fähigkeit, aber die Bedingung, an die sie geknüpft ist, hat mir auch sehr gut gefallen. Konfliktsituationen sind da quasi vorprogrammiert und ich bin gespannt, ob sich da nicht eine Lösung finden wird. Obwohl, eigentlich finde ich es ja ziemlich cool und freue mich darauf zu erfahren, wie es weitergeht!

Episode 2: Billiger Bluff

Wieder ist der Schreibstil sehr packend, denn detailreich und fesselnd beschreiben, das kann Sandra Baumgärtner auf jeden Fall. Trotz der vielen Sci-Fi-Elemente, die einen stutzen lassen, was das gerade sein könnte und wie es aussieht, fällt es nicht schwer, sich ein Bild von der Umgebung, der Charaktere und der Handlung zu machen, so dass einen stets ein kleines Kopfkino verfolgt.

Episode 2 setzt etwas nach der ersten Episode an, aber natürlich wehrt die Idylle nicht lang, denn Madam Mosella kommt zurück auf die Bildfläche. Anscheinend hat sie einen kleinen Jungen entführt und Ylva begegnet niemandem Geringen als Aurelius, der schon bei Ylvas Entfühung in Episode 1 beteiligt war. Dieser bittet sie, Lucan, den entführten Jungen zu retten, was der Story eine ganz neue Wendung verleiht.

Mein Fangirl-Herz schlägt höher, denn, wie ihr wisst, bin ich eine waschechte Romantikerin und was bitte ist süßer als eine sich anbahnende Romanze zwischen zwei ehemaligen Feinden, die sich näherkommen? Quiek! Also ich hoffe so, so sehr, dass daraus was wird, denn davon würde ich gerne eine Menge mehr lesen. *Shipfähnchen schwenk*

Okay, weiter im Text: Spannung wird hier wieder ganz groß geschrieben. Vor allem gegen Ende zieht die zweite Episode wieder vollends in ihren Bann. Die Autorin versteht sich einfach darauf, kontinuierlich diese Spannung aufzubauen, bis es zum Höhepunkt kommt und jetzt wüsste ich nur zu gerne, wie die Geschichte um Ylva, ihre Kräfte und vor allem Aurelius weitergeht. Was mich ein wenig wurmt, ist aber, dass der Höhepunkt an sich ein wenig zu schnell abgeharkt wurde, aber das ist wirklich der einzige Kritikpunkt.

Ylva ist als Heldin mal wieder sehr erfrischend. Mutig, sarkastisch und manchmal – so kam es mir jedenfalls vor – spricht sie ohne nachzudenken, was mich in einer Szene sehr zum Schmunzeln gebracht hat. Es macht Spaß, ihr Abenteuer zu begleiten und ich bin sehr gespannt, was im Staffelfinale auf uns wartet!

Episode 3: Miese Maskerade

Und hier ist es, das große Finale von Ylva Pauer, der Superheldin, die so cool ist, dass sie noch nicht einmal einen Superheldennamen braucht. Ob sie ihrer Coolness gerächt wird und ihre Story zu einem packenden Abschluss kommt, darauf war ich ja gespannt und jetzt, da ich das Ende kenne: Wow, ja, ich wurde keinesfalls enttäuscht!

Wieder einmal schafft es Sandra mit ihrem Schreibstil, in die futuristische Welt, in der die Geschichte spielt, zu entführen. Der Text ist dank jeder Menge Technik manchmal etwas kompliziert – aber das hat sich seit Episode 1 gebessert und ist hier auch nicht mehr so schwierig – aber im Großen und Ganzen flüssig zu lesen. Außerdem kommt durch das ganze Hightech-Zeugs richtig schön die Atmosphäre der Welt zur Geltung.

Die Handlung knüpft kurz nach der zweiten Episode an und beginnt direkt mit einem Mord – wie sollte es auch anders sein? – und dem Auftritt von einem korrupten Polizeikommissar, dem man selbstverständlich direkt skeptisch gegenübersteht. Ylva wird natürlich in die ganze Sache mit hineingezogen – wäre sonst ja auch langweilig! – und auf einmal taucht auch Aurelius wieder auf, um das Chaos perfekt zu machen. Um es kurz zusammenzufassen: Es wird spannend, mysteriös und wieder romantisch. *immer noch Shipfähnchen schwenk*

Seit zwei Episoden ist Ylva nun hier der mysteriösen Madam Mosella her und wir als Leser fragen uns seitdem: Was steckt eigentlich hinter dieser Frau? Ihr Background sowie ihre Hintergründe sind bislang im Dunkeln geblieben, aber jetzt ist es Zeit, auch diese zu ergründen. Daher wird die Frage  hier endlich beantwortet, aber es wäre ja zu einfach, wenn mit damit alles gut ist. Nein! Im Gegenteil! Sandra Baumgärtner hat hier drin einen Plottwist, der sich gewaschen hat, drin. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet. Überhaupt nicht! Vorhersehbar ist die ganze Reihe um Ylva übrigens nicht, wie ihr euch vielleicht schon denken könnt. Wie ich es liebe, wenn mich ein Buch überraschen kann!

Ab diesem Punkt ist es wirklich unmöglich, das Buch beiseite zu legen! Ein Twist jagt den nächsten und die Spannung ist enorm. Von allen Superhelden-Geschichten, die ich gelesen habe, zählt Ylvas Finale definitiv zu denen, an die ich mich noch ewig erinnern werde. Einfach weil es so gut, so spektakulär und so unvorhersehbar war.

 

… konnte Ylva Pauer mich überzeugen. Ihre Geschichte hat nicht nur Witz und ist außergewöhnlich, sondern kann auch noch mit Spannung, Plottwist und einem Gänsehaut-Feeling auftrumpfen. Ylva ist eine der coolsten Protagonistinnen, die ich bisher kennenlernen durfte, und macht als Superheldin eine gute Figur. Obwohl ihr Sidekick Kay durchaus ein wenig der Klischee-Nerd ist, kann man nicht anders, als ihn gern zu haben. Ein heißer Love Interest und eine Antagonistin, die sich nicht in die Karten gucken lässt, machen das Gesamtpaket zu einem wahren Highlight!

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Ylva Pauer - Superheldin wider Willen von Sandra Baumgärtner
(c) Machwerke Verlag
  • Titel: Ylva Pauer – Superheldin wider Willen
  • Autorin: Sandra Baumgärtner
  • Reihe: Ylva Pauer – Staffel 1 – Gesamtausgabe
  • Seitenanzahl: 312
  • Preis: 3,99 €
  • Verlag: Machwerke
  • ASIN: B07H37TX8P

Mehr Infos gibt es hier.

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