Rezension

[Rezension] Eonvár – Zwischen den Welten von Kat Rupin

Klappentext

Nichts vermag die toughe Elisa zu stoppen. Weder die Hindernisse des Alltags noch das raue Leben in der Großstadt. Plötzlich taucht ihr lange verschollener Jugendfreund Gabriel auf – und mit ihm die Chance, in einer magischen Welt voller Abenteuer zu leben. Elisa steht vor einer schweren Entscheidung. Nur wer sich vollkommen von der irdischen Welt trennt, darf in Eonvár bleiben. Doch ist das Leben als Hexe und ohne Rollstuhl wirklich das, was sie sich wünscht? Kann sie die Menschen, die sie liebt, zurücklassen? Statt eine Wahl zu treffen, beginnt Elisa ein gefährliches Doppelleben zwischen den Welten.
(Quelle und Bildcopyright liegen beim Zeilengold Verlag)

Biblios

  • Preis: 14,90 €
  • Format: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 330
  • Altersempfehlung: ab 16
  • Reihe: Eonvár #1
  • Verlag: Zeilengold

Cover

Drei Worte: Ich. Liebe. Es! Schon, als ich es zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mich total in dieses wunderschöne Cover verliebt. Die Farben sind sehr schön gewählt, dann nach außen hin wirkt es eher gräulich und zeigt eine dunkle Gasse, bevor sich in der Mitte das Portal befindet, durch das man diese helle, wunderschöne Welt zu sehen bekommt. Die Splitter von dem Portal, die nach außen hin bersten, sind das Tüpfelchen auf dem i. Dieses Buch muss einfach ins Regal!

Meinung

Ich hatte die große Ehre, dieses Buch vorab testlesen zu dürfen und war schon in der ersten Fassung beeindruckt von den Ideen, mit denen Kat aufwartet. Nicht nur, dass sie ein Wagnis eingegangen ist und etwas umgesetzt hat, was man nur in sehr wenigen Büchern findet, auch ihr Schreibstil hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Im Gegensatz zu den meisten Büchern, die sich in meinem Regal finden, ist dieses hier nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben, sondern besitzt eine personelle Erzählform, die trotzdem sehr gut zur Geschichte passt. Man kann dennoch in Elisas Gefühlswelt eintauchen und dieses Abenteuer mit ihr zusammen erleben – und Leute, es ist ein Abenteuer, das sich zu lesen lohnt!

Elisas Leben ist eigentlich ganz normal. Sie studiert und arbeitet nebenbei in einem Call Center, nichts Außergewöhnliches, aber dass Elisa das alleine und ohne Probleme hinbekommt, zeigt dennoch bereits zu Beginn, wie stark sie ist. Denn Elisa sitzt seit einem Unfall als junges Mädchen im Rollstuhl und niemand – nicht einmal ihre eigenen Eltern – haben ihr zunächst zugetraut, dass sie das Leben alleine meisten kann. Offenbar macht sie das aber sehr gut. Zumindest bis sie auf Gabriel trifft. Gabriel, der als Kind Elisas bester Freund gewesen und einfach spurlos verschwunden ist, und Elisa nun mitnimmt nach Eonvár, eine andere Welt, die durch Portale mit der Erde verbunden ist.

Dort ist auf einmal alles anders: Elisas Lähmung ist weg und stattdessen trägt sie Magie in sich. Sie muss sich entscheiden: Bleibt sie in Eonvár bei Gabriel oder kehrt sie zurück auf die Erde, zu ihrer Familie und ihren Freunden – und zu ihrem Rollstuhl.

Erst einmal: Ich finde es klasse, dass Kat mit Elisa eine Protagonistin geschaffen hat, die nicht perfekt ist. Die launisch sein kann, falsche Entscheidungen – am laufenden Band – trifft und – was ich besonders toll finde – die über eine Behinderung verfügt. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die im Rollstuhl sitzen, aber die Heldinnen, die in Fantasy-Romanen meist thematisiert werden, sind meist stark, sportlich und absolut gesund. Wieso sollte nicht einmal die Hauptrolle an eine junge Frau mit Querschnittslähmung gehen? Wieso darf sie nicht die Heldin sein? Elisa hat bewiesen, dass sie das alles super hinbekommt und sicher eine der coolsten Protagonistinnen ist, die in letzter Zeit das Licht der Buchwelt erblickt haben.

Sie und Gabriel haben ein richtig cooles Abenteuer voller Gefahren vor sich, von denen sie nicht mal in ihren schrecklichsten Albträumen heimgesucht worden sind und ich verspreche euch: Auch ihr werdet in den letzten dreißig Prozent den Atem anhalten und das Buch nicht mehr aus der Hand legen können, denn Kat weiß eindeutig, wie man Spannung aufbaut!

Gabriel, der den Großteil seines Lebens in Eonvár verbracht hat, ist ein großartiger Protagonist, den man nicht nicht liebhaben kann. Er ist charmant und wie er und Elisa, die er liebevoll Lisl nennt, sich immer wieder necken, hach, das ist einfach so schön. Das lässt einen beinahe vergessen, dass in Eonvár doch nicht alles so schön ist, wie man es gerne glauben möchte. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden wirkt kein bisschen erzwungen, sondern wie eine Liebe, die schon von Kindesbeinen an besteht, und nun endlich die Möglichkeit hat, sich zu entfalten. Und die beiden dabei zu begleiten, wie sie sich auf ein Neues kennenlernen und einander näherkommen … hach, ich schwärme einfach immer noch!

Fazit

Mit “Eonvár – Zwischen den Welten” ist Kat Rupin ein wirklich außergewöhnliches Debüt gelungen. Es geht nicht nur um ein episches Fantasy-Abenteuer, sondern auch um Liebe und Freundschaft und darum, wie schwer es manchmal sein kann, endgültige Entscheidungen zu treffen. Mich konnte die Autorin restlos begeistern.

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